Kaum rücken besondere Festtage in terminliche Nähe, werden sie für die meisten Menschen zu einer kleinen Bedrohung. Ein Geschenk ist Pflicht. Zu Weihnachten, zu Geburtstagen, zu Hochzeiten, und erst recht zum Valentinstag, will niemand mit leeren Händen erscheinen. Persönliche Geschenke sind durchaus keine Glücksache. Doch worin genau erkennt man das Persönliche, das verschenkt werden soll?
Das Unwichtigste, das Persönliche Geschenke ausmachen sollte, ist der Preis. Ihren maßgeblichen Wert erhalten sie durch liebevolle Auswahl, die Ihre und des Beschenkten Individualität unterstreicht. Schenken ist schließlich kein Wettbewerb, in dem man sich mit der Größe einer Gabe übertrumpfen muss. Kleine Präsente haben dieselbe Chance, tatsächlich zu erfreuen. Vielleicht ist es ratsam, dem Bedürfnis, etwas zu verschenken, unabhängig von einem typischen Termin, nachzugeben. So haben Sie vor allem den Zeitpunkt auf Ihrer Seite, denn keiner rechnet alltags damit, eine besondere Aufmerksamkeit zu bekommen.
Bedenken Sie immer, was Sie ausdrücken wollen. Wenn Sie eine rote Rose am Valentinstag verschenken, ist es eindeutig, denn an diesem Tag werden ja im Allgemeinen Liebesgaben ausgetauscht. Wenn Sie diese Rose aber verschenken, ohne dass der Kalender ein Datum vorgibt, dann wiegt die Bedeutung schwerer. Doch Persönliche Geschenke drücken ja nicht nur Liebe aus. Es kann auch eine besondere, freundschaftliche Beziehung damit untermauert werden. Und auch ein Mensch, der einem gut bekannt ist, der ein Dankeschön verdient, wird ein Mitbringsel, ohne einen ersichtlichen Anlass, immer als persönliches Geschenk empfinden. Es ist nicht die Frage, was verschenkt wird, sondern auch das Wie und das Warum entscheiden über die Begeisterung, die ein Präsent auszulösen vermag. Geht man davon aus, dass es immer etwas Erfreulich sein soll, dann kann man in sehr vielen Fällen nur sich selbst zum Maßstab erheben.
Aber es ist auch hilfreich, zum Beispiel bei Joachim Ringelnatz nachzulesen, was er über das Schenken sagt. Eine bessere Anleitung, um Persönliche Geschenke zu machen, gibt es kaum. Beeindruckend ist in dem Gedicht, wie er auf seine Weise erzählt, dass die eigene Freude zuvor, den Schenkenden selbst belohnt. Das heißt nichts anderes, als dass sie ins eigene Herz zurückkehrt. Eines steht fest: Man kann Persönliche Geschenke nicht im Vorübergehen kaufen. Sie wollen bedacht sein, und sie wollen ernst genommen werden, wie sich derjenige, der etwas vergeben möchte, selbst ernst nimmt. Ansonsten entbehren sie nicht einer gewissen Lieblosigkeit. Das ist aber sicher genau das, was Sie keinesfalls wollen.
Heutzutage hat sich allerdings nicht nur die Art des Schenkens verändert, sondern auch die Erwartungshaltung. Denken Sie beispielsweise an Weihnachten. Es kann oft nicht groß und nicht teuer genug sein. Dagegen sind die Geschenke zum Valentinstag fast immer gediegen und strahlen eine gewisse Behutsamkeit aus. Da ist das Ansinnen augenscheinlich ein sehr guter Berater.


